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 en-kaiserreich-geburtenrueckgang-biopolitik-gebaerstreik/
SUMMARY:Abtreibungspraktiken im Deutschen Kaiserreich: Geburtenrückgang 
 – Biopolitik – Gebärstreik
DESCRIPTION:Der Vortrag behandelt die rechtliche\, medizinische und sexualp
 olitische Normierung der 1871 im Reichsstrafgesetzbuch des Deutschen Kaise
 rreichs verankerten Abtreibung als ein Tötungsdelikt und die daraus langf
 ristig entstandenen Konsequenzen für die Abtreibungspraxis von Frauen. In
  Deutschland\, aber auch in anderen Industrieländern\, entwickelten sich 
 seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert der Gebrauch neuer Verhütungst
 echniken und die sich damit verbindende Abtreibungspraxis zu einem Massenp
 hänomen\, das sich statistisch als Geburtenrückgang niederschlug. Dieser
  demografische Wandel löste eine hitzige bevölkerungspolitische Diskussi
 on aus. Eine breite Front gegen die dem weiblichen Keuschheitsideal widers
 prechende\, aber dennoch von Frauen praktizierte Geburtenkontrolle wurde m
 it antifeministischen\, rassenhygienischen\, sexualmoralischen und biopoli
 tischen Argumentationsfiguren aufgebaut. \n\nDie Verschmelzung des nationa
 lstaatlichen Interesses an einer hohen Bevölkerungszahl mit der christlic
 h-bürgerlichen Sexualmoral bereitete den Boden für die Strafverfolgung d
 er sich hinter verschlossenen Türen ausbreitenden Abtreibungspraxis\, die
  auch als Frauenwiderstand unter dem Begriff ‚Gebärstreik‘ zur Diskus
 sion stand. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Bekämpfung des Geburtenrüc
 kgangs alle Voraussetzungen für die Errichtung eines ärztlichen Monopols
  auf Abtreibung und Verhütung geschaffen\, das am Endpunkt des im 16. Jah
 rhundert begonnenen Maskulinisierungsprozesses der Geburtshilfe etabliert 
 werden konnte. In ihrer wissenschaftlichen Expertenrolle prägte die männ
 liche Gynäkologie die Debatte um den Geburtenrückgang und forderte einer
 seits die Legalisierung der medizinischen sowie rassenhygienischen Indikat
 ion für die Abtreibung als Instrument der ‚Rassenverbesserung‘\, ande
 rerseits eine verschärfte Strafverfolgung des von Frauen vorgenommenen Sc
 hwangerschaftsabbruchs. So hatten Gynäkologen schon im Kaiserreich damit 
 begonnen\, unter eugenischen Zielsetzungen neben Sterilisationen und Kastr
 ationen auch Aborte durchzuführen. Frauen aus dem Armutsmilieu wurden ber
 eits in dieser Ära zu Objekten von rassenhygienisch indizierten Zwangsabt
 reibungen\, um ‚den Volkskörper‘ von so bezeichneten ‚Minderwertige
 n‘ zu ‚reinigen‘. \n\nDer Vortrag erläutert die historischen Weiche
 nstellungen für eine Entwicklung\, die selbstabtreibende Frauen als Mörd
 erinnen stigmatisierte\, während parallel dazu eine medizinische Definiti
 onsmacht über den Schwangerschaftsabbruch unter eugenischen Paradigmen er
 richtet werden konnte.\n\n&nbsp\;\n\nEin Vortrag mit Prof. Dr. Anna Berman
 n.\n\nDie Veranstaltung wird Live auf die Facebook-Seite von Pro Choice Sa
 chsen gestreamt und kann auch ohne bei Facebook angemeldet zu sein mitverf
 olgt werden.\n\nDer Vortrag ist teil unserer Mobireihe nach Annaberg-Buchh
 olz am 19.06.21 zum Pro Choice Gegenprotest.\n\nhttps://www.facebook.com/p
 rochoicesachsen/\n\nhttps://www.planlos-leipzig.org/events/abtreibungsprak
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CATEGORIES:Online-Vortrag
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