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SUMMARY:»Die richtige Seite der Geschichte« Filmabend und anschließende 
 Diskussion mit Regisseur Clemens Böckmann. 
DESCRIPTION:»Die richtige Seite der Geschichte«\nFilmabend und anschließ
 ende Diskussion mit Regisseur Clemens Böckmann.\n»Ich habe auch mit ein\
 , zwei Auschwitz-Überlebenden gesprochen\, und hab‘\, was die mir erzä
 hlt haben\, natürlich auch aufgenommen und weitergegeben\, natürlich nic
 ht als deren Erlebnisse\, sondern meine. Ich habe mir interessanterweise n
 och nicht mal die grausamsten rausgesucht…\, weil wenn man die grausamst
 en Erlebnisse erzählt hätte\, dann wäre es unglaubwürdig geworden\, we
 il das kann kein Mensch glauben.«\nDurch eine Recherche des Nachrichtenma
 gazins Der Spiegel wurde 2018 publik\, dass der damalige Vorsitzende der J
 üdischen Gemeinde Pinneberg bei Hamburg\, Wolfgang Seibert\, über Jahrze
 hnte eine ausgedachte Familiengeschichte öffentlich verbreitet hatte. Er 
 hatte behauptet\, seine Großeltern seien als Jüdin und Jude von den Nati
 onalsozialistInnen verfolgt und in Auschwitz inhaftiert worden. Diese Erz
 ählung verband Seibert mit einer angeblichen antifaschistischen Kontinuit
 ät in der Familie: Schon sein Großvater sei als Anarchist im Spanischen 
 Bürgerkrieg gewesen und habe sich\, nach seiner Flucht von einem sogenann
 ten Evakuierungsmarsch aus Auschwitz\, der polnischen Untergrundarmee ange
 schlossen. Dieser familiäre Hintergrund diente für Seibert immer wieder 
 als Legitimationsmoment in politischen Auseinandersetzungen und Diskussion
 en und bot ihm eine Möglichkeit\, Anschluss in der linken Szene zu finden
 . Er setzte diese Geschichten ein\, um seiner Position Nachdruck zu verlei
 hen. Tatsächlich stellte sich durch Recherchen von Der Spiegel und weiter
 er heraus\, dass Seiberts Großvater sowohl Mitglied der NSDAP als auch de
 r Wehrmacht gewesen ist. Von der für sich reklamierten Tradition der Wide
 rständigkeit gab es in der tatsächlichen Familiengeschichte keine Spur. 
 In Folge der Aufdeckung und des internationalen Skandals legte Seibert sei
 n Amt als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde nieder und zog sich vollst
 ändig aus der Öffentlichkeit zurück.\n\nDreieinhalb Jahre später spric
 ht Seibert in dem Dokumentarfilm »Die richtige Seite der Geschichte« ers
 tmals öffentlich über seine Lüge und deren Entstehung. Dabei bleibt er 
 als Quelle unsicher. Mit dieser Unsicherheit arbeitet der Film. Er versuch
 t nicht\, den Wahrheitsgehalt von Seiberts Aussagen zu hinterfragen oder d
 essen Geschichte aufzuklären. Dies überlässt er den Zuschauer:innen. De
 r Film interessiert sich vielmehr für Methoden der Fälschung\, Fiktional
 isierung und Inszenierung. Hier wird Seibert zum Experten\, der die Gier s
 eines Publikums nach einer Geschichte erspürt. Der Film ist dabei selbstr
 eflexiv hinsichtlich seiner eigenen manipulativen Mittel. »Die richtige S
 eite der Geschichte« klärt nicht die Geschichte von Wolfgang Seibert auf
 . Vielmehr zeigt der Film\, wie Projektion\, Bedürfnis und Begehren im Po
 stnazismus sich mitunter phantastische Opfer imaginieren und lässt Täusc
 hung in ihrem Entstehen sichtbar werden.\n\nWir laden euch an diesem Abend
  in die translib ein\, um den Film zu schauen und mit Clemens Böckmann al
 s einem der Regisseure darüber ins Gespräch zu kommen. In seiner Form wi
 e in seinem Inhalt wirft der Film viele Fragen auf: Warum führen etwa die
  Abgründe der nationalsozialistischen Verbrechen im »Land der Täter« i
 mmer wieder zu dem Phänomen der Identifikation mit den Opfern \, deren er
 littenes Schicksal man jedoch nicht tatsächlich teilen wollen kann? Profi
 tieren von einer solchen Identifikation\, die vordergründig die Nähe zu 
 den Opfern betont\, am Ende immer nur die TäterInnen und ihre Nachkommen?
  Welche Bedürfnisse nach einer möglichen historischen Selbstverortung ei
 ner deutschen Linken wurden durch die Erzählungen Wolfgang Seiberts viell
 eicht bedient und müssten dafür alternative Verarbeitungsweisen gefunden
  werden? Wie wurde schließlich der »Fall Seibert« unter ihm nahestehend
 en Personen aus dem linken Umfeld aufgearbeitet? Diese und eure Fragen wie
  auch Seheindrücke möchten wir an diesem Abend gemeinsam diskutieren.\n\
 n»Die richtige Seite der Geschichte«. Ein Film von Clemens Böckmann\, C
 arolin Haentjes und David Scheffler\, DE 2023\, 29 min.\n\n\n\nhttps://www
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