BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//wp-events-plugin.com//7.2.3.1//EN
TZID:Europe/Berlin
X-WR-TIMEZONE:Europe/Berlin
BEGIN:VEVENT
UID:7758@planlos-leipzig.org
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20251031T190000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20251031T230000
DTSTAMP:20251024T124649Z
URL:https://www.planlos-leipzig.org/events/filmvorfuehrung-die-richtige-se
 ite-der-geschichte/
SUMMARY:[Fällt aus!] Filmvorführung »Die richtige Seite der Geschichte«
DESCRIPTION:Die Veranstaltung muss leider ausfallen. Nachholtermin wird noc
 h bekannt gegeben.\n\n&nbsp\;\n\n»Die richtige Seite der Geschichte«\n\n
 Ein Filmabend in der translib mit anschließender Diskussion und Bar.\n\n3
 1.10.2025\, 19:00 Uhr\, translib\, Lützner Straße 30.\n\n»Ich habe auch
  mit ein\, zwei Auschwitz-Überlebenden gesprochen\, und hab‘\, was die 
 mir erzählt haben\, natürlich auch aufgenommen und weitergegeben\, natü
 rlich nicht als deren Erlebnisse\, sondern meine. Ich habe mir interessant
 erweise noch nicht mal die grausamsten rausgesucht…\, weil wenn man die 
 grausamsten Erlebnisse erzählt hätte\, dann wäre es unglaubwürdig gewo
 rden\, weil das kann kein Mensch glauben.«\n\nDurch eine Recherche des Na
 chrichtenmagazins Der Spiegel wurde 2018 publik\, dass der damalige Vors
 itzende der Jüdischen Gemeinde Pinneberg bei Hamburg\, Wolfgang Seibert\,
  über Jahrzehnte eine ausgedachte Familiengeschichte öffentlich verbreit
 et hatte. Er hatte behauptet\, seine Großeltern seien als Jüdin und Jude
  von den NationalsozialistInnen verfolgt und in Auschwitz inhaftiert worde
 n. Diese Erzählung verband Seibert mit einer angeblichen antifaschistisch
 en Kontinuität in der Familie: Schon sein Großvater sei als Anarchist im
  Spanischen Bürgerkrieg gewesen und habe sich\, nach seiner Flucht von ei
 nem sogenannten Evakuierungsmarsch aus Auschwitz\, der polnischen Untergru
 ndarmee angeschlossen. Dieser familiäre Hintergrund diente für Seibert i
 mmer wieder als Legitimationsmoment in politischen Auseinandersetzungen un
 d Diskussionen und bot ihm eine Möglichkeit\, Anschluss in der linken Sze
 ne zu finden. Er setzte diese Geschichten ein\, um seiner Position Nachdru
 ck zu verleihen. Tatsächlich stellte sich durch Recherchen von Der Spieg
 el und weiterer heraus\, dass Seiberts Großvater sowohl Mitglied der NSD
 AP als auch der Wehrmacht gewesen ist. Von der für sich reklamierten Trad
 ition der Widerständigkeit gab es in der tatsächlichen Familiengeschicht
 e keine Spur. In Folge der Aufdeckung und des internationalen Skandals leg
 te Seibert sein Amt als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde nieder und zo
 g sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurück.\n\nDreieinhalb Jahre 
 später spricht Seibert in dem Dokumentarfilm »Die richtige Seite der Ges
 chichte« erstmals öffentlich über seine Lüge und deren Entstehung. Dab
 ei bleibt er als Quelle unsicher. Mit dieser Unsicherheit arbeitet der Fil
 m. Er versucht nicht\, den Wahrheitsgehalt von Seiberts Aussagen zu hinter
 fragen oder dessen Geschichte aufzuklären. Dies überlässt er den Zuscha
 uer:innen. Der Film interessiert sich vielmehr für Methoden der Fälschun
 g\, Fiktionalisierung und Inszenierung. Hier wird Seibert zum Experten\, d
 er die Gier seines Publikums nach einer Geschichte erspürt. Der Film ist 
 dabei selbstreflexiv hinsichtlich seiner eigenen manipulativen Mittel. »D
 ie richtige Seite der Geschichte« klärt nicht die Geschichte von Wolfgan
 g Seibert auf. Vielmehr zeigt der Film\, wie Projektion\, Bedürfnis und B
 egehren im Postnazismus sich mitunter phantastische Opfer imaginieren und 
 lässt Täuschung in ihrem Entstehen sichtbar werden.\n\nWir laden euch an
  diesem Abend in die translib ein\, um den Film zu schauen und mit Cleme
 ns Böckmann als einem der Regisseure darüber ins Gespräch zu kommen. In
  seiner Form wie in seinem Inhalt wirft der Film viele Fragen auf: Warum f
 ühren etwa die Abgründe der nationalsozialistischen Verbrechen im »Land
  der Täter« immer wieder zu dem Phänomen der Identifikation mit den Opf
 ern \, deren erlittenes Schicksal man jedoch nicht tatsächlich teilen wol
 len kann? Profitieren von einer solchen Identifikation\, die vordergründi
 g die Nähe zu den Opfern betont\, am Ende immer nur die TäterInnen und i
 hre Nachkommen? Welche Bedürfnisse nach einer möglichen historischen Sel
 bstverortung einer deutschen Linken wurden durch die Erzählungen Wolfgang
  Seiberts vielleicht bedient und müssten dafür alternative Verarbeitungs
 weisen  gefunden werden? Wie wurde schließlich der »Fall Seibert« unte
 r ihm nahestehenden Personen aus dem linken Umfeld aufgearbeitet? Diese un
 d eure Fragen wie auch Seheindrücke möchten wir an diesem Abend gemeinsa
 m diskutieren.\n\n»Die richtige Seite der Geschichte«. Ein Film von Clem
 ens Böckmann\, Carolin Haentjes und David Scheffler\, DE 2023\, 29 min.\n
 \nhttps://www.translib.de/material/filmvorfuehrung-die-richtige-seite-der-
 geschichte\n\nhttps://www.planlos-leipzig.org/events/filmvorfuehrung-die-r
 ichtige-seite-der-geschichte/
ATTACH;FMTTYPE=image/jpeg:https://www.planlos-leipzig.org/wp-content/uploa
 ds/2025/10/SharePic_Geschichte_2.jpg
CATEGORIES:Film
LOCATION:translib\, Goetzstraße 7\, Leipzig
X-APPLE-STRUCTURED-LOCATION;VALUE=URI;X-ADDRESS=Goetzstraße 7\, Leipzig\, 
 Deutschland;X-APPLE-RADIUS=100;X-TITLE=translib:geo:0,0
END:VEVENT
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
X-LIC-LOCATION:Europe/Berlin
BEGIN:STANDARD
DTSTART:20251026T020000
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
END:STANDARD
END:VTIMEZONE
END:VCALENDAR