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SUMMARY:Künstliche Intelligenz und Werttheorie (KI-Reihe)
DESCRIPTION:Je nachdem\, wen man fragt\, gilt KI entweder als technisches V
 ersprechen auf Fortschritt\, Effizienz und Entlastung oder als Bedrohung\,
  die Arbeitsplätze vernichtet\, die Wahrheit abschafft und die Menschheit
  gleich mit auslöscht. Zugleich heißt es oft\, KI könne „eigentlich n
 ichts“: Sie produziere Fehler\, verstehe nicht\, was sie tut\, und bleib
 e dem Menschen mangels „natürlicher“ Intelligenz und Kreativität gru
 ndsätzlich unterlegen.\n\nDie künstliche Intelligenz erscheint in der Di
 skussion um sie als technische Macht\, die plötzlich über die Gesellscha
 ft gekommen ist\, nun ihr Unwesen treibt und deshalb richtig reguliert\, d
 emokratisch kontrolliert und moralisch verantwortungsvoll eingesetzt werde
 n muss.\n\nDoch KI ist keine Sache außerhalb der Verhältnisse. Sie wird 
 entwickelt\, finanziert und angewendet in dieser Gesellschaft\, in der all
 es danach beurteilt wird\, ob es sich verwerten lässt. Die digitalen Kapi
 talisten gießen dabei alten Wein aus neuen Schläuchen: Sie sprechen von 
 Vernetzung\, Innovation und Teilhabe\, wo es um Märkte\, Zugriff und Kont
 rolle geht. Sie versprechen Entlastung und produzieren neue Formen der Abh
 ängigkeit. Sie behandeln Wissen als frei verfügbar und machen es zugleic
 h zur Ware.\n\nVor diesem Hintergrund geht Peter Schadt in seinem Vortrag 
 der Frage nach\, wie sich die politische Ökonomie im digitalen Zeitalter 
 verändert. Anknüpfend an Marx entwickelt er eine Perspektive auf Wert im
  21. Jahrhundert\, die nicht vorschnell Daten zur neuen „Rohstoffquelle
 “ erklärt oder digitale Arbeit als Bruch mit bisherigen Analysen verste
 ht. Stattdessen untersucht er\, wie Wissen\, Daten und Information zur War
 e werden\, obwohl sie sich nahezu kostenlos vervielfältigen lassen\, gese
 llschaftlich hervorgebracht werden und dennoch privat angeeignet werden.\n
 \nDer Vortrag fragt daher nicht\, ob KI gut oder schlecht ist. Er fragt\, 
 was sie unter bestehenden Bedingungen ist und welche gesellschaftlichen Ve
 rhältnisse sich in ihr ausdrücken.\n\n\nReferent: Peter Schadt\n\nVerans
 taltungsreihe: “Künstliche Intelligenz”\n\n 14.07. Surplus ex machina
 . KI und die Krise des Akkumulationsregimes\n 28.07. Marx und die Maschine
 \n11.08. Künstliche Intelligenz und Werttheorie\n 25.08. Der ’technolog
 ische Schleier’. Anmerkungen zu einem Sprachbild bei Adorno\n\nDie Disku
 ssion über das\, was im Laufe der letzten Jahre als künstliche Intellige
 nz Realität geworden ist\, nimmt ebenso viel Raum ein wie ihre Anwendung 
 im Alltag stetig zunimmt. Auch wenn der Begriff schon seit einigen Jahrzeh
 nten immer wieder Aufmerksamkeit erlangt\, so kam diesem erst in den letzt
 en Jahren eine Realität zu\, wie der Mensch ihn heute zu erfassen beginnt
 . KI scheint somit nicht mehr bloß ein Zukunftsversprechen\, eine Idee\, 
 sondern ist aus dem Reich der Vorstellungen zur Wirklichkeit geworden.\n\n
 Für die meisten Menschen stellen die Large Language Models (LLM) seit der
  Veröffentlichung von ChatGPT vor einigen Jahren den Beginn der viel besc
 hworenen KI-Revolution dar. Aber der zunehmend alltägliche Chat mit der L
 LM-Software stellt nur die Spitze des Eisbergs dar. Was KI als soziotechni
 sches Phänomen gesamtgesellschaftlich zunehmend verdeutlicht: Vielleicht 
 wird nichts mehr so bleiben\, wie es ist. KI hat Einzug gehalten in nahezu
  alle Lebens- und Produktionsbereiche. Analog dazu ist das Thema mittlerwe
 ile auch in der Auseinandersetzung des Menschen mit Natur und Gesellschaft
  stets präsent.\n\nDabei changieren die Einschätzungen\, Urteile und Erw
 artungen zwischen Dystopie und Heilsversprechen\, wobei in der Auseinander
 setzung viel zu oft auf einer rein technischen und damit oberflächlichen 
 Ebene verharrt wird. Jeden Tag können sich Konsument:innen im Strudel des
  allgemeinen Hypes über die neusten Softwares und damit die rasant anwach
 senden technischen Möglichkeiten informieren. Immer begleitet von sowohl 
 dem Gefühl der Steigerung eigener Möglichkeiten als auch dem kalten Scha
 uer\, dass hier etwas Bedeutsames und Übermenschliches im Gange ist. Letz
 teres bedient eine fatalistische Fetischisierung der Technik\, welche die 
 Auseinandersetzung mit dem\, was Technik ist\, schon im 20. Jahrhundert im
 mer wieder geprägt hat und welche dazu tendiert\, mehr zu verschleiern al
 s aufzuklären\, in welchem Verhältnis Mensch und Technik zu denken sind.
  Christian Voller wird unter anderem diesen Aspekt in seinem Vortrag disku
 tieren.\n\nDem entgegen wird KI jedoch ebenso als geradezu messianischer H
 eilsbringer beschworen\, der imstande sei\, die ökonomischen Krisen unser
 er Zeit zu lösen. Was realistisch und damit sowohl technisch als auch ges
 ellschaftlich von KI zu erwarten ist\, rückt im Sound der Verheißung jed
 och in den Hintergrund. In seinem Vortrag wird Manuel diesbezüglich Licht
  ins Dunkel bringen und Grundbegriffe klären\, um sich darauf aufbauend d
 en Fragen zu widmen\, welcher ökonomische Mehrwert durch KI-Technologien 
 erreicht werden kann\, soll und welche gesellschaftlichen Verwerfungen die
 s mit sich bringt.\n\nKI ist allerdings nicht einfach über die Menschen g
 ekommen und ist auch keine Sache\, die außerhalb der Verhältnisse steht.
  Noch wird KI vom Menschen gemacht und eingesetzt. Dabei folgt sie den Ten
 denzen dieser Gesellschaft\, in der alles danach beurteilt wird\, ob und w
 ie es sich verwerten lässt. Peter Schadt wird sich daran anknüpfend in s
 einem Vortrag der Frage zuwenden\, wie sich die politische Ökonomie im di
 gitalen Zeitalter verändert und wie sich dies anknüpfend an Marx wertthe
 oretisch erfassen lässt.\n\nIn unserem eigenen Vortrag möchten wir uns d
 amit befassen\, was bereits Marx zur Anwendung der Technik im Kapitalismus
  geschrieben hat. Wir wollen uns dabei auf das Kapitel “Maschinerie und 
 große Industrie” aus dem ersten Band des Kapitals beziehen und in die d
 ort gemachten Überlegungen einführen. Marx gibt eine immer noch aktuelle
  Analyse davon\, warum Maschine und Technik einerseits so viel Gutes verm
 ögen\, andererseits kapitalistisch angewendet den Menschen weiter unterjo
 chen.\n\nWir streben mit der Vortragsreihe eine Auseinandersetzung damit a
 n\, was KI unabhängig von Phantasie und Hype ist und was von ihr als Tech
 nik und Maschine unter den Voraussetzungen unserer Gesellschaft und Zeit z
 u erwarten ist. Sicher ist\, dass nichts einfach so bleibt\, wie es ist\, 
 und wir alle ebenso wenig einfach schon wissen können\, was uns bevorsteh
 t.\n\nhttp://alea-le.org\n\nhttps://www.planlos-leipzig.org/events/kuenstl
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