BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//wp-events-plugin.com//6.6.1//EN
TZID:Europe/Berlin
X-WR-TIMEZONE:Europe/Berlin
BEGIN:VEVENT
UID:574@planlos-leipzig.org
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20201024T163000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20201024T163000
DTSTAMP:20200824T220325Z
URL:https://www.planlos-leipzig.org/events/niemand-ist-vergessen-nichts-is
 t-vergeben/
SUMMARY:Niemand ist vergessen\, Nichts ist vergeben!
DESCRIPTION:\n\n\n\nKlaus R.\, Bernd G.\, Horst K.\, Achmed B.\, Nuno L.\, 
 Thomas K.\, Karl-Heinz T.\, Kamal K. sowie vermutlich zwei weitere Mensche
 n sind in Leipzig seit 1990 durch rechte Täter ermordet worden.\n\nSie wu
 rden aus rassistischen\, homosexuellenfeindlichen oder sozialdarwinistisch
 en Motiven ermordet. Doch selten werden die Betroffenen rechter Gewalt auc
 h als solche anerkannt. Das weiße Mehrheitsdeutschland findet bei weit ü
 ber 200 solcher Morde und jährlich hunderten Gewalttaten noch immer den E
 inzelfall\, Verständnis für TäterInnen und (Mit-)Schuld bei den Betroff
 enen. \n\nNicht nur nach den schrecklichen Taten in Halle und Hanau hat si
 ch gezeigt\, dass es Täter-Opfer-Umkehrungen\, eine Empathielosigkeit in 
 den Debatten über Rechtsruck und eine Entpolitisierung der Hintergründe 
 sind\, die die Betroffenen und Angehörigen die Tat erneut durchleben lass
 en:\n\nMenschen werden zum zweiten Mal geschlagen und ermordet oder das an
 gezündete Haus wird vollends niedergebrannt – aus rechter Gewalt wird r
 echter Terror.\n\nIm Oktober 2020 jährt sich der rassistische Mord an Kam
 al K. in Leipzig zum zehnten Mal.\n\nIn diesem Jahr wollen wir mit verschi
 edenen Veranstaltungen und Aktionen an die Betroffenen rechter Gewalt erin
 nern\, den rechten Terror in diesem Land und speziell in dieser Stadt sich
 tbar machen. Es ist uns wichtig\, das gesellschaftliche und politische Kli
 ma in Deutschland und die Ursachen hierfür klar herauszuarbeiten und zu b
 enennen.\n\nSeit den 90er Jahren bis heute wird im Zusammenhang mit Rassis
 mus und rechter Gewalt mit den selben Mitteln gearbeitet. Durch die Täter
 Innen-Fixierung der Dominanz-Gesellschaft wird eine Identifikation mit ihn
 en und ihren Motiven geschaffen. Die Betroffenen hingegen werden aus dem 
 öffentlichen Gedächtnis verdrängt. Dies zeigt sich in der Berichterstat
 tung zu rechten Taten und wiederholt sich in den Prozessen. Dies zeigte si
 ch auch im schriftlichen NSU-Urteil\, welches im April 2020 veröffentlich
 t wurde und wiederholt sich jüngst im Halle-Prozess\, bei dem der Täter 
 zum Zentrum der Aufmerksamkeit gemacht wird. Die Betroffenen sind\, wenn 
 überhaupt\, nur Statisten. Solidarisierungen mit den Betroffenen rechter 
 Gewalt ebben schnell ab. Vielmehr erfahren sie und ihre Angehörigen nicht
  selten den rassistischen Zynismus der deutschen Gesellschaft. Eine kritis
 che Auseinandersetzung mit der Ideologie der TäterInnen findet bis heute 
 selten statt.\n\nDem entspricht eine rassistische und autoritäre Formieru
 ng\, die weite Teile der Gesellschaft mittragen und der weder Linke noch L
 iberale etwas Wesentliches entgegensetzen. Mediale Hetzkampagnen\, die sex
 istische Übergriffe\, antisemitische Einstellungen oder Terrorakte zu ein
 em Spezifikum von Geflüchteten erklären\, legitimieren immer neue Gesetz
 esverschärfungen.\n\nRechter Terror\, zunehmender Alltagsrassismus und de
 r ungebrochene rassistische Konsens hingegen werden gesellschaftlich ausge
 blendet\, wenn nicht gar verharmlost und entschuldigt\, während Kritik am
  institutionellen Rassismus durch Regierung\, Polizei oder Verfassungsschu
 tz zunehmend delegitimiert wird. Auch in Zeiten der Black Lives Matter Bew
 egung kann dies beobachtet werden: Zwar wird die Bewegung auch oftmals pos
 itiv aufgenommen – Kritik an den rassistischen Strukturen von Polizei\, 
 Politik\, Gesellschaft sowie den Regierenden wird aber weiterhin abgeschme
 ttert. Es geht immer um den Rassismus der Anderen. Die Verstrickungen der 
 Behörden in rechte Netzwerke und Taten\, wie bei Uniter\, Nordkreuz oder 
 beim NSU 2.0. sind da schnell vergessen.\n\nDiese Strategie kann nur als D
 oppelte verstanden und kritisiert werden: Das Gerede vom Aufarbeitungs- un
 d Willkommens-Weltmeister Deutschland ist die notwendige Legitimationsgrun
 dlage für das wieder formulierte und praktizierte Volksgemeinschaftsstreb
 en.\n\nGleichzeitig können wir nicht beim Mahnen und Gedenken stehen blei
 ben\, denn das alleine wird Neonazis und andere RassistInnen und Antisemit
 Innen nicht vom Morden abhalten. Nicht erst nach dem Mord an Walter Lübck
 e\, den Anschlägen in Halle und Hanau und anderen weniger bekannten Gewal
 ttaten müssen wir konkret den deutschen TäterInnen entgegentreten\, uns 
 solidarisch mit den (potentiell) Betroffenen zeigen und der Verharmlosung 
 und Relativierung solcher Taten durch Parteien\, Medien und Polizei entgeg
 enstellen. Der Rückhalt\, den die TäterInnen erfahren\, muss gebrochen w
 erden.\n\nWir setzen daher unseren Fokus auf die Aufarbeitung der rechten 
 Morde und des rechten Terrors sowie deren Strukturen und Netzwerke. Wir se
 tzen auf die Konfrontation der rechten MörderInnen und Verantwortlichen i
 n der Politik\, Polizei und Justiz.\n\nDie rechten Morde in Leipzig und ir
 gendwo in Deutschland sind keine Einzelfälle\, sondern stehen für das ge
 sellschaftliche Klima seit Jahrzehnten in diesem Land. Allein im Jahr 2019
  kam es in der Stadt Leipzig zu 62 dokumentierten Angriffen mit 92 Betroff
 enen durch die Opferberatung\, 30 von den Taten waren rassistisch motivier
 t.\n\nIm Jahr 2018 kam es in Sachsen zu 317 rechtsmotivierten Angriffen mi
 t 481 Betroffenen\, ein Mensch wurde aufgrund seiner sexuellen Orientierun
 g ermordet. Seit 2014 werden ca. 2/3 der Angriffe in Sachsen wegen rassist
 ischen Einstellungen der TäterInnen verübt.\n\n„Erinnern heißt Kämpf
 en!“ ist für uns keine bloße Phrase\, sondern Handlungsmaxime. Es geht
  darum\, bestehende antirassistische und antifaschistische Kämpfe zu unte
 rstützen. Unser Widerstand gilt der sozialdarwinistischen\, rassistischen
 \, FLINT-feindlichen\, antiziganistischen\, sexistischen und antisemitisch
 en Ausgrenzung.\n\nDen TäterInnen gilt unser Kampf\, den Betroffenen und 
 Opfern der rechten Verhältnisse gilt unsere Solidarität! Je stärker der
  Rechtsruck\, je geringer die Gegenwehr\, je weiter sich Sag- und Machbark
 eitsfelder verschieben\, desto aktiver müssen wir werden.\n\nZwar hat sic
 h durch den Corona-Virus Vieles verändert\, der Umgang mit rechten Täter
 Innen und ihren Taten jedoch nicht. Während sich Neonazis bewaffnen\, bau
 t der Verfassungsschutz weiter am System der V-Personen. Der Quellenschutz
  steht bei ihm weiterhin an erster Stelle. Wie im NSU-Komplex ist vom Inla
 ndsgeheimdienst vor allem Verschleierung und Strukturaufbau der Neonazi-Sz
 ene zu erwarten.\n\nDeswegen bleibt trotz allem unsere Antwort: In einem L
 and\, in dem Menschen in Polizeizellen umkommen\, in dem Menschen von Rech
 ten totgeschlagen und deren Angehörige verhöhnt werden\, in einem Land\,
  welches Geflüchtete an den europäischen Außengrenzen sterben lässt un
 d ihnen das Leben hierzulande zur Hölle macht\, werden wir keinen Frieden
  schließen!\n\nKein Mensch ist illegal!\nGegen den rechten Konsens!\nRech
 ten Terror bekämpfen!\nDemonstration am 24.10.2020 um 16:30 Uhr ab Südpl
 atz in Leipzig\n*Wir verwenden bei rechten TäterInnen das Binnen-I\, da e
 s laut ihrer Ideologie/Selbstverständnis lediglich zwei biologische Gesch
 lechter gibt. Das „*“ verwenden wir bei allen weiteren Akteur*innen\, 
 um die in der Gesellschaft verankerte Heteronormativität und Zweigeschlec
 htlichkeit aufzubrechen.\n\n\n\nhttps://www.rassismus-toetet-leipzig.org/i
 ndex.php/niemand-ist-vergessen-nichts-ist-vergeben/\n\nhttps://www.planlos
 -leipzig.org/events/niemand-ist-vergessen-nichts-ist-vergeben/
CATEGORIES:Demo
LOCATION:Südplatz\, 04275 \, Leipzig
X-APPLE-STRUCTURED-LOCATION;VALUE=URI;X-ADDRESS=04275 \, Leipzig\, Deutschl
 and;X-APPLE-RADIUS=100;X-TITLE=Südplatz:geo:0,0
END:VEVENT
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
X-LIC-LOCATION:Europe/Berlin
BEGIN:DAYLIGHT
DTSTART:20200329T030000
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
END:DAYLIGHT
END:VTIMEZONE
END:VCALENDAR