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 moeglichen-theateraesthetik-des-widerstands/
SUMMARY:Peter Weiss – Filmabend zu einer möglichen Theaterästhetik des 
 Widerstands
DESCRIPTION:Das Theater von Peter Weiss (1916-1982) war und ist eines der d
 irekten politischen Einmischung – nicht zuletzt\, weil seine Stücke auf
  realen Gegebenheiten fußten: Er intervenierte ins Zeitgeschehen und in a
 ktuelle oder sich anbahnende Diskurse. So trug er 1965 mit Die Ermittlung 
 den ersten Frankfurter Auschwitzprozess aus dem Gerichtssaal auf die Theat
 erbühnen der BRD und der DDR\, und konfrontierte die Öffentlichkeit 1968
  in seinem Viet Nam Diskurs mit der brutalen Kolonialgeschichte Vietnams. 
 Zur Programmatik seines »dokumentarischen Theaters« schrieb er:\n»Wie d
 ie spontane Versammlung im Freien\, mit Plakaten\, Spruchbändern und Spre
 chchören\, so stellt das dokumentarische Theater eine Reaktion dar auf ge
 genwärtige Zustände\, mit der Forderung diese zu klären.«\nIm Mittelpu
 nkt unseres Abends zu Peter Weiss' Theater sollen drei seiner Stücke steh
 en\, die seine politische und ästhetische Entwicklung nachvollziehbar mac
 hen: In seiner Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution – de
 m Theaterstück Marat/Sade (1964) – ließ er den Radikalrevolutionär Je
 an-Paul Marat und den individualistisch-libertären Marquis de Sade ihre p
 olitischen Ideale ausfechten\, womit das Stück die Konfliktlinien der Neu
 en Linken um eine kollektive versus subjektive Emanzipation vorwegnahm\, w
 ie sie sich mit der 1968er-Bewegung  einstellten. Der Gesang vom Lusitani
 schen Popanz (1967) befasste sich\, erneut anhand der ästhetischen Aufber
 eitung von historischen Dokumenten\, mit der Kolonialisierung von Angola u
 nd Mozambique durch Portugal. Der neue Prozeß (1983) schließlich stellt 
 das letzte von Weiss verfasste Theaterstück dar: eine Adaption Franz Kafk
 as\, die sich mit der politischen Rolle von Kunstschaffenden im Kapitalism
 us auseinandersetzt. Damit löste sich Weiss zuletzt vom konkreten histori
 schen Material und der direkten Intervention.\n\nFür die Annäherung an d
 iese Stücke und Peter Weiss‘ politische Theaterästhetik wird der Stutt
 garter Künstler Peter Schmidt  an diesem Abend Filme zeigen\, die er aus
  Bühnenbildern und Skizzen von Gunilla Palmstierna-Weiss (der Lebensgefä
 hrtin Weiss‘) ursprünglich als eine Virtual-Reality-Umgebung schuf. Dar
 in spitzt er das Weiss’sche Theater zu und arbeitet die politischen Kern
 aussagen heraus. Begleitet werden die Filme von einem Vortrag von Ludwig W
 inter\, in dem anhand der Theaterstücke der biografische\, politische und
  formalästhetische Werdegang von Peter Weiss nachgezeichnet wird: vom Fra
 gesteller zu einer politischen Radikalisierung und inhaltlichen Konkretisi
 erung bis hin schließlich zu seiner Abrechnung mit dem Kunst- und Kulturb
 etrieb überhaupt. Gemein ist den drei Stücken\, dass sie politische Frag
 en aufwerfen\, die sich einfachen Antworten entziehen und deren Aushandlun
 gsprozesse bis heute andauern. Vor dem Hintergrund wird eine Reevaluation 
 der von Peter Weiss entworfenen Ästhetik interessant: Welches politische 
 Potential birgt die von ihm betriebene direkte Verquickung von Diskurs und
  Form noch heute?\n\nIm Anschluss an die Filme und den Vortrag wird der Ra
 um für Diskussionen zu Weiss’ ästhetischer Programmatik und formalen A
 spekten der Theaterstücke und Filme geöffnet.\n\nPeter Schmidt und Ludwi
 g Winter kennen sich durch die gemeinsame Mitarbeit an der Website https:/
 /peter-weiss.digital/. Peter Schmidt schuf hierfür die Virtual-Reality-Im
 plementation „Peter Weiss Cube“. Ludwig Winter arbeitete am Archiv und
  zu Peter Weiss’ Verhältnis zur deutschen 68er-Bewegung.\n\nhttps://tra
 nslibleipzig.wordpress.com/\n\nhttps://www.planlos-leipzig.org/events/pete
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