FURIA Newsletter Januar 2024

Liebe Projekte, Initiativen und Aktive,

wir wünschen euch einen tollen Start in das neue Jahr 2024. Wir freuen uns euch auch dieses Jahr wieder mit ausgewählten Veranstaltungstipps zu begleiten. Mit einer kleinen Verspätung gibt es im Januar eine neue Ausgabe des FURIA-Newsletters! FURIA steht dabei für feministisches Umland – Rechts ins Abseits!!! Außerdem gibt es uns auf Instagram: @furia_newsletter.

Wir freuen uns über Hinweise für den nächsten Monat: alles an Aktions- und Polit-Ideen, Veranstaltungsformaten, Organisierung und Unterstützungsangeboten – wie gehabt an der Schnittstelle von (Queer-)Feminismus und aktiv gegen Rechts.

Viel Power und viele neue spannende Perspektiven

wünscht euch, mit solidarischen Grüßen, die FURIA Crew

PS: Wir haben jetzt auch einen Telegramm-Kanal, stay tuned: https://t.me/+dCDV-cZ8gpY5NWZi

——————————————————————————————————–

SPECIALS

——————————————————————————————————–

——————————————————————————————————–

Ausstellung: „zusammentun – solidarisch gegen rechts“.

18. bis 28. Januar in der Galerie KUB zu sehen, immer donnerstags bis sonntags 16-19 Uhr

Rechte Hetze und Gewalt sind alltäglich. Extreme Rechte gewinnen Wahlen und vernetzen sich. Doch viele tun sich zusammen, um dem entgegenzutreten. Um sie geht es in der Ausstellung: Politische Gruppen sprechen über Alltag und Highlights, Scheitern und Angriffe, Hoffnung und Verbündete. Die Ausstellung streift Fragen rund um solidarisches Handeln: Was macht eine Tätigkeit solidarisch und politisch? Was passiert, wenn Menschen sich zusammentun? Woher kommen Hoffnung und Solidarität angesichts rechter Bedrohung und Gewalt?

Weitere Informationen: https://weiterdenken.de/de/zusammentun-ausstellung

——————————————————————————————————–

Ausstellung: „We are still here” – Jana Zimmer

28.01.2024 – 29.02.2024 | Chemnitz

Die Ausstellung kombiniert Grafiken und Collagen der Autorin und Künstlerin Jana Zimmer. Die US-Amerikanerin verarbeitet in ihren Werken das Schicksal ihrer Familie: Zimmers Mutter war unter den jüdischen Frauen, die in den Fabrikhallen des ehemaligen Freiberger Porzellanwerkes, heute das Landratsamt, Teile für die Flugzeugfirma Arado montieren mussten. 1944 wurde sie von Auschwitz nach Freiberg verlegt, das sie 1945 in Richtung Mauthausen verlassen musste. Dort erlebte sie die Befreiung. Zimmers Halbschwester überstand den Holocaust wie viele andere Familienmitglieder nicht. Sie war in Theresienstadt inhaftiert und kam in Auschwitz ums Leben.

Von 1944 bis 1945 bestand in Freiberg ein Außenlager des KZ Flossenbürg, in dem 1000 inhaftierte jüdische Frauen für die deutsche Rüstungsproduktion zur Arbeit gezwungen wurden. Nur wenigen Menschen ist bis heute bekannt, dass auch die beschauliche Bergstadt Schauplatz menschenverachtender Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges war.

Weitere Informationen:https://calendar.boell.de/de/event/we-are-still-here-1

——————————————————————————————————–

Publikation: Sachsen rechts unten

Die neunte Ausgabe unserer Jahrespublikation „Sachsen rechts unten“ widmet sich der Instrumentalisierung des Klima-Diskurses durch die extreme Rechte. „Sachsen rechts unten 2023“ ist am 03. Mai als Printversion erschienen. *Ab sofort steht die Publikation zum Download bereit: .PDF, ca. 2 MB <https://kulturbuero-sachsen.de/wp/wp-content/uploads/2023/12/SRU_Broschuere_2023.pdf>*

In acht Beiträgen beschäftigt sich die Publikation mit unterschiedlichen Phänomenen, anhand derer sich die Instrumentalisierung des Klimadiskurses durch die extreme Rechte manifestiert. So haben wir rechte Diskurse zum Klimaschutz beleuchtet, die sich zwischen den Polen Ökofaschismus und Anti-Ökologismus bewegen. Wir sind der Frage nachgegangen, warum rechte Parteien um die Gunst der Landwirtinnen kämpfen und mit welchen Themen sie Anknüpfungspunkte schaffen. Und wir haben unter anderem die Anastasia-Szene in Sachsen in den Blick genommen, um nachzuvollziehen, warum sie eine Scharnierfunktion zwischen Ökologie, Esoterik, Reichsbürger-Ideologie bis hin zur extremen Rechten einnimmt.

Weitere Informationen: https://kulturbuero-sachsen.de/sachsen-rechts-unten-2023-digital/

——————————————————————————————————–

VERANSTALTUNGEN

——————————————————————————————————–

——————————————————————————————————–
Rundgang: „Der Mensch als Ballast“

07.01.2024 | 14:00-16:00 | Treffpunkt: Fachkrankenhauses Bethanien Hochweitzschen (Parkplatz), Hochweitzschen 1, Großweitzschen | Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Die Mitglieder der AG Geschichte laden zum zweistündigen Rundgang auf dem Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Hochweitzschen ein, um über die von den Nationalsozialisten verübten Verbrechen an Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen zu informieren. Dabei wird die Funktion der Klink Hochweitzschen im Geflecht der Anstalten und Tötungsorte eingeordnet, die Taten des Klinik-Personals den historischen Ereignissen und Entwicklungen gegenübergestellt und mit dem Vorstellen der Biografien von Patient*innen den bislang meist unbekannten Opfern ein Gesicht gegeben. Auch die Frage, wie wir den Opfern der Stigmatisierung, Zwangsterilisation und Krankenmorde gedenken wollen, beschäftigt die Mitglieder der AG Geschichte auf ihrem Rundgang in Hochweitzschen.

Mehr Informationen: https://treibhaus-doebeln.de/event/rundgang-der-mensch-als-ballast-2/

——————————————————————————————————–

Lesung: „Unter Nazis“ – Jakob Springfeld

12.01.2024 | 18:30-21:00 | Café Courage, Bahnhofstraße 56, Döbeln | Eintritt 3€-7€

Gemeinsam mit dem Journalisten Issio Ehrich hat der Zwickauer Klima- und Antifaaktivist Jakob Springfeld ein Buch geschrieben. „Unter Nazis“ ist seine Geschichte, die Geschichte einer Zerreißprobe. Es geht um die harte Realität, auf die junge Antifaschist*innen in Städten wie Zwickau stoßen – um Drohungen, um Gewalt, um Angst. Es geht aber auch darum, dass selbst solche Städte zu progressiven Keimzellen werden können. Die Stimme der ostdeutschen Zivilgesellschaft muss lauter werden, und sie darf nicht nur nach Angriffen durch Neonazis gehört werden. Das Buch soll Warnsignal sein und Hoffnungsschimmer. Jakob Springfeld liest aus seinem Buch und kommt anschließend mit den Zuhörer*innen ins Gespräch.

Mehr Informationen: https://treibhaus-doebeln.de/event/unter-nazis-lesung-mit-jakob-springfeld/

——————————————————————————————————–

Stadtrundgang: „Niemand kam zurück“ – Jüdisches Leben in Döbeln

27.01.2024 | 13:00-16:00| Café Courage, Bahnhofstraße 56, Döbeln | Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Bis heute ist wenig über das Leben und den Alltag der Döbelner Jüdinnen und Juden bekannt. Ein Großteil der jüdischen Familien siedelte sich zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts in der Region an. Viele waren assimiliert und in die Stadtgesellschaft integriert. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialist*innen 1933 kam es auch in Döbeln zu Verfolgung, Ausgrenzung, Demütigung und Entrechtung der hier ansässigen Jüdinnen und Juden. Aus der Stadt wurde das jüdische Leben zur Gänze vertrieben. Die meisten Jüdinnen und Juden wurden in einem Konzentrations- oder Vernichtungslager ermordet. Einigen wenigen gelang die Flucht und sie überlebten die Shoah.

An den historischen Orten wird über das jüdische Leben und das Schicksal der Menschen berichtet, um an sie zu erinnern und ihre Geschichten weiterzutragen.

https://treibhaus-doebeln.de/event/stadtrundgang-niemand-kam-zurueck/

——————————————————————————————————–

Lesung: PRALINEN AUS TANGER – Erinnerungen eines Holocaust-Ersatzkindes über Kunst und Transformation

28.01.2024 | 18:00 – 20:00 | Kulturzentrum TIETZ, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

Lesung (deutsch) aus PRALINEN AUS TANGER – Erinnerungen eines Holocaust-Ersatzkindes über Kunst und Transformation und anschließendes Gespräch zwischen der Autorin Jana Zimmer und der Herausgeberin Kathrin Krahl, Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen (englisch mit deutscher Übersetzung) und anschließender Eröffnung der Ausstellung WE ARE STILL HERE mit Collagen von Jana Zimmer

/Vernichtung durch Arbeit/ has failed. We are still here.“ Das schrieb Jana Zimmer am 9. September 2007 auf einen Zettel, den sie unter eine Gedenktafel für die Zwangsarbeiterinnen der „Freia GmbH“ am heutigen Landratsamt in Freiberg, Sachsen, legte. Ihre Mutter war eine der 1000 Häftlingsfrauen, die im Spätsommer und Herbst 1944 aus dem Vernichtungslager Auschwitz nach Freiberg verschleppt worden waren. Dort mussten die jüdischen Mädchen und Frauen unter mörderischen Bedingungen Zwangsarbeit leisten.

Doch hier endet die Geschichte nicht. Sondern dieses „We are still here“ ist Teil eines Aufbäumens der „Second Generation Survivor“. Jana Zimmers Buch erzählt von der transgenerationellen Übertragung des Traumas der Shoah. Ihre Lebensgeschichte erstreckt sich über Generationen und Kontinente und beginnt hier in Europa, in Prag. Ihre Texte, Collagen und Druckgrafiken sind Teil der Holocaust-Erinnerungen und deren Verarbeitung. Sie sind Teil der Geschichte des eliminatorischen Antisemitismus im Nationalsozialismus und Zeugnis der Gegenwart des Antisemitismus heute.