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>> Veranstaltungsreihe „Jüdische Zwangsarbeiter:innen in Leipzig“
Lina Rochmann, Heinz Sprung, Golda Finkler, Felicja Karay, Rolf Kralovitz und Alfons Meister könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Sie wuchsen an weit voneinander entfernten Orten auf, lebten in unterschiedlichen sozialen Verhältnissen und waren zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft jugendlich, erwachsen oder alt. Sie alle eint jedoch, dass sie, weil sie jüdisch waren, zu Zwangsarbeiter:innen in Leipzig wurden.
Auf der Mülldeponie, in der Städtischen Arbeitsanstalt oder in den Fabrikhallen des Rüstungskonzerns HASAG mussten sie unter härtesten Bedingungen arbeiten, erlebten Schikane und Gewalt. Einige von ihnen überlebten Krieg und Verfolgung und konnten später selbst von ihren Erfahrungen berichten. Von anderen, die dem antisemitischen Terror zum Opfer fielen, wissen wir heute nur aus Schriftstücken und durch die Überlieferung von Freund:innen und Familie.
Eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig hat sich intensiv mit den Biografien von sechs jüdischen Zwangsarbeiter:innen in Leipzig auseinandergesetzt. Entstanden ist eine Broschüre, die ihre Geschichten und Stimmen sichtbar und hörbar macht. Darin tragen wir, soweit es die Quellenlage ermöglicht, Erinnerungen, Selbstzeugnisse und weitere Dokumente zusammen, die Einblicke in das Leben der Verfolgten geben, und ordnen sie in ihren historischen Kontext ein.
Bei der Vorstellung der Broschüre in der Leipziger Stadtbibliothek laden wir Sie herzlich dazu ein, sich im Rahmen einer Lesung und eines anschließenden Gesprächs auf die Spuren dieser sechs Menschen zu begeben. Ihre Geschichten eröffnen Einblicke in ein bislang wenig beachtetes Kapitel der Leipziger Stadtgeschichte und machen zugleich sichtbar, was Zwangsarbeit und antisemitische Verfolgung für die Betroffenen bedeuteten.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe: „Jüdische Zwangsarbeiter:innen in Leipzig“, die von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig im Rahmen von „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ durchgeführt wird.
Veranstaltungsort: Stadtbibliothek
Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11, Leipzig
Tram 2, 8, 9, 10, 11, S1, S2, S3, S4, S5, S5X (Wilhelm-Leuschner-Platz)
Veranstaltungsreihe „Jüdische Zwangsarbeiter:innen in Leipzig“
Donnerstag, 22. Oktober 2026, 19 Uhr, Pöge-Haus
Ausschluss durch Arbeitszwang? Verfolgung und Entrechtung jüdischer Leipziger:innen 1933-1939
Vortrag und Gespräch mit Rike Pietrzeniuk
Donnerstag, 19. November 2026, 19 Uhr, Capa-Haus
Arbeitsideologie im Nationalsozialismus: Die Verflechtungen von Antisemitismus und „deutscher Arbeit“
Vortrag und Gespräch mit Nikolas Lelle
Link zur Veranstaltung: https://www.zwangsarbeit-in-leipzig.de/de/zwangsarbeit-in-leipzig/veranstaltungen/veranstaltungen-archiv/2026/64
Veranstaltende Gruppe: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Sprache des Events: deutsch
Eintritt: frei
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