Themenrundgang mit Zeitzeuginnengespräch zur Geschichte der Venerologischen Station Leipzig-Thonberg

Wann

Samstag - 29.08.2026
11:00 - 12:30  

Wo

Riebeckstraße 63
Riebeckstraße 63, Leipzig

Rollstuhlgerecht? Ja
Details

Geschlossene Venerologische Stationen, alltagssprachlich auch »Tripperburgen« genannt, befanden sich in fast jedem Bezirk der DDR. Häufig bereits in der Sowjetischen Besatzungszone gegründet, sollten hier Geschlechtskrankheiten behandelt werden. Die Einweisungsgründe und Statistiken belegen jedoch, dass die Stationen einem anderen Zweck dienten. Ziel der Zwangseinweisungen waren meist nicht die medizinische Behandlung, sondern die Disziplinierung und Bestrafung von Frauen, insbesondere weibliche Jugendliche, deren Verhalten nicht der »sozialistischen Persönlichkeit« entsprach. Die Betroffenen waren dort über mehrere Wochen hinter vergitterten Türen und Fenstern eingesperrt. Unter Zwang mussten sie tägliche gynäkologische Abstriche über sich ergehen lassen und wurden dadurch Opfer sexualisierter Gewalt. Bis heute haben nur wenige Betroffene über ihre Erfahrungen gesprochen – nicht selten erschweren anhaltende Gefühle von Scham und Schuld sowie die Angst vor Stigmatisierung ihnen dies.

Auch in der Riebeckstraße 63 im Leipziger Südosten befand sich eine geschlossene Venerologische Station. Mit einem themenspezifischen Geländerundgang möchten wir diese Geschichte und die der Disziplinierung von Frauen und Mädchen in der DDR sichtbar machen. Anschließend gibt es ein Gespräch mit einer Zeitzeugin, die Einblicke in ihre Erfahrungen und Erlebnisse gibt.

Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Link zur Veranstaltung: https://riebeckstrasse63.de/veranstaltungen/

Veranstaltende Gruppe: Initiative Riebeckstraße 63

Sprache des Events: deutsch

Eintritt: kostenfrei

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