Workshop: Personifizierung gesellschaftlicher Verhältnisse

Wann

Montag - 19.10.2026
18:30 - 21:30  

Wo

Index
Breite Straße 1, Leipzig

Rollstuhlgerecht? Unbekannt
Details

Der Text „Nationalsozialismus und Antisemitismus“ (1986) des marxistischen Theoretikers Moishe Postone zeigt auf, wie antisemitische Vorstellungen eng mit einer verkürzten Kapitalismuskritik verwoben waren. Er analysierte die Figur „des Juden“ als Projektionsfläche, welche abstrakte politische Verhältnisse konkretisiert und vereinfachend personifiziert. „Die abstrakte Herrschaft des Kapitals, wie sie besonders mit der raschen Indu­strialisierung des 20. Jahrhunderts einher ging, verstrickte die Menschen in das Netz dynamischer Kräfte, die in Gestalt des ‚Internationalen Judentums‘ wahrge­nommen wurden.“, so Postone. Der moderne Antisemitismus wird als Form des Fetisch (im Marxschen Sinne) markiert, welcher die strukturelle Wahrnehmung von Kapitalverhältnissen verhinderte.

Im Zuge des Workshops lesen die Teilnehmer*innen gemeinsam den Text und analysieren ihn in einer Diskussion. Es geht um das Angebot einer Wiederaneignung kritischer Theorie durch gemeinsames Lesen und Gespräch. Die anschließende Diskussion bietet auch Raum, über eine Aktualisierung des Postonschen Entwurfs nachzudenken.

Geeignet für ca 12-20 Personen. Veranstaltet durch Gruppe Florida. Voranmeldung per Email an florida-le[at]riseup.net.

Im Rahmen der Antifa-Wochen 2026. www.antifa-wochen.org

Link zur Veranstaltung: https://gruppeflorida.noblogs.org/

Veranstaltende Gruppe: Gruppe Florida

Sprache des Events: Deutsch

Eintritt: Frei

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