Ausstellung: Die verschwiegenen Toten. Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig.

Wann

Mittwoch - 16.09.2026 - 31.10.2026
0:00 Uhr  

Wo

Altes Rathaus
Markt 1 04109 , Leipzig

Rollstuhlgerecht? Unbekannt
Details

Rechte Gewalt ist kein Randphänomen, sondern ein Produkt weit verbreiteter, menschenverachtender Ideologien, die die Ungleichwertigkeit von Menschen predigen. Rechte Morde sind kein zufälliges Verbrechen – sie sind die logische Konsequenz einer Gesellschaft, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung oder sozialen Lage abwertet und entmenschlicht.
Die Täter*innen handeln nicht im luftleeren Raum, sondern in einem Klima, das solche Gewalttaten begünstigt und oft sogar relativiert.
Statt Solidarität erfahren Betroffene und Hinterbliebenen oft die gleichen menschenverachtenden Vorurteile, die die Morde überhaupt erst ermöglicht haben. Die Taten werden entpolitisiert, verharmlost und als „isolierte Einzelfälle“ abgekanzelt, statt endlich als das zu benennen, was sie sind: eine Manifestation einer gesamt-gesellschaftlichen Haltung.

Zwischen 1990 und 2011 sind in Leipzig und Umgebung mindestens elf Personen Opfer rechtsmotivierter Tötungsdelikte geworden: Gerhard S., Horst K., Gerhard Helmut B., Klaus R., Bernd G., Achmed B., Nuno L., Thomas K., Karl-Heinz T., Kamal K. und André K.. Der Großteil unter ihnen wurde für lange Zeit, und manche werden bis heute nicht offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt, obwohl eine rassistische, sozialdarwinistische, antisemitische oder homosexuellenfeindliche Motivlage der Täter*innen offensichtlich ist.

Es waren die Ermordung des wohnungslosen Karl-Heinz T. in der Leipziger Innenstadt im Jahr 2008 und der rassistisch-motivierte Mord an Kamal K. nur zwei Jahre später, die den Initiativkreis Antirassismus 2013 dazu veranlasst haben, eine Ausstellung zu den Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 in Leipzig zu erarbeiten, die in den letzten Jahren um weitere Erkenntnisse zu Todesopfern und Motiven erweitert wurde.

Die Ausstellung wurde seit ihrer Konzeption 2013 überarbeitet und aktualisiert, trotzdem muss sie weiterhin unvollendet bleiben. Während der Recherche ist die Initiative auf mehrere Verdachtsfälle gestoßen, die auf ein deutlich größeres Dunkelfeld hinweisen. Bis heute sind die wenigsten Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig staatlich als solche anerkannt und bis heute hat die Staatsanwaltschaft Leipzig den Zugang zu den Gerichtsurteilen der Todesfälle, bei denen ein rechtes oder rassistisches Tatmotiv angenommen wird, blockiert.


Die Ausstellung ist vom 16. September bis 31. Oktober 2026Dienstag bis Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr im Alten Rathaus des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig kostenfrei zu besichtigen.

Link zur Veranstaltung: https://www.rassismus-toetet-leipzig.org

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