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Offenes Diskussionsangebot zum Demogeschehen am 17.01. in Connewitz, dem Umgang mit Kontroversen, sowie der Polarisierung der linken Szene in Leipzig und anderswo.
Do. 15.01. 19-21:30 Uhr
@Meuterei
Was? Raum für respektvolle, solidarische, kontroverse Auseinandersetzung und Verständigung. Moderation.
Was nicht? Rumgemackere, Manipulation, Gewaltandrohungen etc.; endgültige Lösungen.
Nein, wir wollen nicht noch einmal im Detail über den sogenannten Nahostkonflikt sprechen. Dazu haben vermutlich die meisten ihre Ansichten.
Stattdessen möchten wir einen Raum aufmachen, um sich über Widersprüche, Kontroversen, Polarisierung und Umgangsweisen innerhalb der linken Szene auszutauschen. Binäres Lagerdenken, die Moralisierung von Diskursen und pauschale Feindbestimmungen bringen uns nicht weiter. Diese Denkweisen sind Elemente des Autoritarismus. Wir wollen nicht vor allem „beide Seiten“ sehen, sondern uns bewusst machen, das die Konstruktion von vermeintlich zwei Gegenpolen selbst problematisch ist.
Wir finden es völlig verständlich und berechtigt, das Menschen das Leid der Palästinenser*innen und das Vorgehen des israelischen Militärs anprangern. Zugleich verurteilen wir den Demoaufruf „Antifa means free Palastine“ und verstehen ihn so, wie er gemeint ist: Als Angriff auf bestimmte Teile der linken Szene, die seit Jahren antifaschistische Basisarbeit machen. Dies ist mit einem klaren Führungsanspruch verbunden, der ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt werden soll.
Dagegen wird die Bekämpfung des Antisemitismus zu einem zwiespältigen Anliegen, wenn sie als Staatsdoktrin dient, wie der Antisemitismus selbst Regierungspolitik stützt, in den Ländern, die Israel umgeben.
Deswegen möchten wir besser verstehen, welche Vorstellungen und Sehnsüchte auf die Auseinandersetzung Israel/Palästina projiziert werden. Dass der antiimperialistische „Marsch auf Connewitz“ dermaßen polarisiert, geht über den zum Klischee verkommenen Konflikt zwischen „Anti-Ds“ und „Anti-Imps“ hinaus. Dahinter steht auch ein Konflikt zwischen freiheitlichen und autoritären Ansichten, migrantischen und herkunftsdeutschen Erfahrungen, zwischen ost- und westdeutscher politischer Sozialisierung, sowie zwischen den Generationen Y und Z.
Zu Beginn werden wir unsere Positionen offenlegen und Thesen formulieren. Diese sollen zunächst in kleinen Gruppen diskutiert werden, bevor wir uns in der großen Runde austauschen. Dann fassen wir das Gesagte zusammen. Wer möchte kann sich anschließend noch über Handlungsoptionen am 17.01. austauschen.
Wir erwarten für diese Veranstaltung, dass die Anwesenden sich gegenseitig respektieren, nicht gezielt provozieren, sich zuhören und verstehen wollen. Einen safe space können wir nicht bieten, werden aber darauf hinwirken, das bestimmte rote Linien nicht überschritten werden.
Sprache des Events: deutsch
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