Warum Freier (fast immer) Männer sind – Über Männlichkeit, Sexualität und Prostitution

Warum Freier (fast immer) Männer sind - Über Männlichkeit, Sexualität und Prostitution

Wann

Dienstag - 28.04.2026
19:00 - 21:00  

Wo

Grassi Museum für Völkerkunde
Johannisplatz 5-11, Leipzig

Rollstuhlgerecht? Unbekannt
Details

Wir freuen uns nun endlich am 28.04.2026 die Veranstaltung mit Rolf Pohl und euch im Grassi Museum für Völkerkunde nachzuholen und zu diskutieren warum Freier (fast immer) Männer sind.

Einlass ist 19:00 Uhr, Beginn 19:30 Uhr. Falls ihr es nicht schafft, könnt ihr gerne im Livestream dabei sein und mitdiskutieren oder die Aufzeichnung anschauen. Beides findet ihr ab 19:15 Uhr auf dem Youtube-Kanal des Conne Island

http://www.youtube.com/@ConneIsland1312

Veranstaltet von Frauenkultur Leipzig e.V. Leipzig in Kooperation mit der Gruppe Prostitutionskritik Leipzig und dem Grassi Museum für Völkerkunde.

Eine aktuelle Anfrage zur Prostitution in Leipzig zeigt: 92,6 % der nach dem Prostituiertenschutzgesetz registrierten Prostituierten sind Frauen, rund 69 % von ihnen mit Migrationshintergrund. Diese Zahlen erfassen jedoch nur das behördlich bekannte Feld. Studien für Deutschland belegen außerdem: Weniger als 1 % der Frauen nehmen sexuelle Dienstleistungen in Anspruch, hingegen haben über 26 % der Männer schon mindestens einmal Sex gekauft. Die große Mehrheit der Freier sind also Männer.

Aus psychoanalytischer und sozialpsychologischer Männlichkeitsforschung lässt sich zeigen, dass Prostitution ein Feld ist, in dem sich Begehren nach dem weiblichen Körper mit Feindseligkeit verschränkt. Diese Verbindung gehört zum unbewussten Fundament von Männlichkeit in hierarchisch-patriarchalen und heteronormativ geprägten Gesellschaften – und ist eine zentrale Quelle geschlechtsspezifischer Gewalt.

Prof. Dr. Rolf Pohl, Sozialpsychologe und bis 2018 Professor am Institut für Soziologie der Universität Hannover, hat diese Dynamiken in seinem Grundlagenwerk Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen untersucht. Darin zeigt er: Männlichkeit basiert oft auf der Objektifizierung von Frauen sowie der Abwehr von Weiblichkeit und Abhängigkeit von Frauen. In der käuflichen Sexualität treten diese Mechanismen besonders klar hervor, denn hier kann sich männliche Macht scheinbar widerspruchsfrei den Körper von Frauen aneignen.

Link zur Veranstaltung: https://www.instagram.com/p/DVLSC9YiK-t/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==

Veranstaltende Gruppe: Gruppe Prostitutionskritik Leipzig

Sprache des Events: deutsch

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